Bedürfnisse direkt bei den Betroffenen abholen

11.10.2017 , Neuigkeiten

Die Arbeitsgruppe für Behindertenfragen gehört zum Amt für Gesellschaftsfragen und hat im September 2016 die valida besucht. In diesem Meeting wurde zusammengetragen, wo im öffentlichen Raum für Menschen mit den verschiedensten Beeinträchtigungen Handlungsbedarf besteht. Ein Jahr später wurden die Ergebnisse der Projektgruppe aus der Valida vorgelegt.

Cem Kirmizitoprak ist selbst Betroffener und arbeitet als Berater für verschiedene Ämter, Fachleute und Politiker, so auch für das Amt für Gesellschaftsfragen. Seine Idee war es, Projektgruppen in drei Institutionen zu formen und die Bedürfnisse direkt bei den Betroffenen abzuholen.

Zentrale Probleme im Verkehr und der Mobilität wurden genannt. Dabei waren die Anforderungen je nach Einschränkung verschieden: Personen im Rollstuhl zum Beispiel wünschen sich die Fahrpläne der SBB weiter unten, andere würden Broschüren in leichter Sprache benötigen. Andere merken an, dass die Pflästerung am Boden in der Altstadt Schwierigkeiten bereitet. Die meisten Anmerkungen ergaben, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung mobil und selbständig sein wollen, aber sie teilweise anstehen.

«Nicht alles konnte umgesetzt werden. Manche Anliegen werden in Zusammenarbeit mit der Betreuungsperson erarbeitet. Ziel ist die Sensibilisierung der öffentlichen Anbieter wie zum Beispiel Kinos, SBB oder auch Telefonanbietern», sagt Karolina Staniszewski vom Amt für Gesellschaftsfragen.

Die Präsentation der Ergebnisse aus den Anliegen an die SBB hat Cem Kirmizitoprak gleich selbst präsentiert. Anhand von konkreten Beispielen zeigte er, wo welche Informationen abrufbar sind und wie man sich Unterstützung holen kann. Die Ergebnisse wurden rege diskutiert. «Die Arbeit ist damit aber nicht getan. Aus diesem Projekt möchten wir ein Anliegen vertieft aufgreifen und direkt mit den Betroffenen an der Lösungsfindung arbeiten. In einem Projektteam soll eine Speisekarte mit Bildern erarbeitet werden», ergänzt Karolina Staniszewski. Die Vorschläge wurden von den Teilnehmern sehr begrüsst, sie freuen sich bereits auf die Ausarbeitung.

Nina Rofe, Abteilungsleiterin Wohnen im Quartier Leuenberg, sucht deshalb noch Teilnehmer, die bereit sind bei dem Projekt mitzuarbeiten. Interessenten können sich direkt bei ihr melden unter 071 424 02 59.