Das neue Atelier öffnet seine Türen

07.07.2017 , Neuigkeiten

Die Valida eröffnet mitten im Lachenquartier ein Atelier für Menschen mit einer Behinderung. Der frühere Standort am Hauptsitz der Valida wurde aufgegeben. Mit dem Umzug ins Quartier verringert die Valida die Distanz zwischen Nichtbehinderten und Behinderten und schafft einen Ort der Integration.

Mitten im Quartier

An der Feldbachstrasse 11 ist neues Leben eingekehrt. Die Valida, die seit 90 Jahren Menschen mit einer Beeinträchtigung begleitet und unterstützt, nutzt die Gewerberäume seit Mai für ihr Atelier mit dem Verkaufsladen. Die Wahl des neuen Standorts erfolgte bewusst ausserhalb des Hauptsitzes, damit die Personen mit einer Beeinträchtigung täglich im Quartier unterwegs sein können. Für Eliane Roos, Mitarbeiterin aus dem Atelier, sind die ersten Erfahrungen positiv. Sie sagt: «Das Atelier ist jetzt in einer schönen Umgebung. Und man kommt mit den Leuten in Kontakt.»

Gute Resonanz

Die neuen Räumlichkeiten sind gut erreichbar, variabel und hell. Für Frank Gasser aus dem Atelier sind sie «schön, gross und mega cool». Die Werk- und Arbeitsplätze sind den Bedürfnissen der Menschen mit einer Behinderung entsprechend eingerichtet. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass die Beschäftigten ihr kreatives Potenzial nutzen und entfalten können.

Neue Projekte

Die Kreativprodukte, die sie im Atelier herstellen, können sie im Verkaufsladen direkt vor Ort verkaufen. Jan Edelmann, Leiter des Ateliers, sieht im lebendigen Lachenquartier zahlreiche Möglichkeiten für integrative Projekte: «Wir können zum Beispiel in der Brache Lachen mitmachen. Oder kürzlich hatten wir für einen gemeinsamen Spielnachmittag eine Schulklasse zu Besuch.» Auch für die Förderung der lebens- und alltagspraktischen Fertigkeiten und Kompetenzen der Beschäftigten erweist sich der neue Standort als ideal. Dank der Gehdistanz zum Wohnhaus oder zur Bushaltestelle ist die regelmässige Bewegung im Freien fester Bestandteil der Tagesstruktur. «Wenn es allerdings regnet, sehen die Ateliermitarbeitenden auf dem Heimweg nicht nur glücklich aus. Aber das gehört eben auch dazu», stellt Beda Meier, Direktor der Valida fest.

Zum Aufgabenbereich der Beschäftigten gehören auch die Reinigung und die Instandhaltung des Ateliers. Und Einkäufe im Quartier sind jetzt mit wenig Aufwand möglich. In der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der UNO macht die Valida mit dem Umzug des Ateliers ins Quartier einen grossen Schritt nach vorne. Barbara Fontanellaz, Fachbereichsleiterin Soziale Arbeit an der Fachhochschule St.Gallen und Vorstandsmitglied der Valida, bringt es auf den Punkt: «Die neuen Räumlichkeiten selber, aber auch die Lage im Quartier tragen dazu bei, dass Menschen mit einer Behinderung gemäss ihren eigenen Vorstellungen und viel weniger separiert von der Gesellschaft leben und arbeiten können.»

Nach der Medienorientierung am Morgen waren dann auch die Türen für die Quartierbewohner, Angehörige, Freunde und Interessenten geöffnet. Wiederum begeisterte das Atelierteam mit seinen kreativen Ideen, diesmal zum Thema Africa.